Lamas im Sajama Nationalpark
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Reise-Blog Lateinamerika

Reisebericht Tobias Rüger in Peru (1): Lima

Unser Reisespezialist Tobias Rüger ist bereits viel in Lateinamerika herumgekommen. In unserem Blog erzählt er von seinen Erlebnissen. Hier finden Sie den ersten Teil der kleinen Reihe über sein Studium in und seine Reisen durch Peru. Alles beginnt in der Hauptstadt Lima.

„Bienvenidos a Lima“, schallt es aus dem Cockpit. Es ist nun wirklich soweit: Mein Jahr in Peru kann beginnen. Nach 17 Stunden Flug und einem Umstieg in Caracas lande ich endlich in Perus Hauptstadt Lima. Hier werde ich also das nächste Jahr leben, studieren, neue Freunde und eine andere Welt kennenlernen.

Lima: Wolkenverhangene Wüstenstadt an der Küste

Lima, die Stadt der Könige, empfängt mich nicht gerade mit Sonnenschein. Ein dicker und tiefhängender Wolkenvorhang wabert über der Stadt. Schon bald werde ich erfahren, dass dieses Wetterphänomen „panza de burro“ genannt wird, was zu Deutsch „Eselsbauch“ heißt und das Klima in dieser Region zu großen Teilen prägt. Mein skeptischer Blick auf den heute anscheinend sehr gut genährten Eselsbauch scheint auch den Mitarbeitern am Flughafen aufzufallen. „Willkommen im peruanischen Winter“, grinste mich ein Steward an. Es ist August.

Da mir abgeraten wurde, einfach so in ein Taxi einzusteigen, lasse ich mir eines von den freundlichen Damen der Flughafen-Information rufen. Auf einer vierspurigen Autobahn mit unzähligen leuchtenden Rücklichtern geht es in Richtung Lima. Die Stadt selbst befindet sich – je nach Verkehr – etwa eine halbe Stunde vom Flughafen entfernt. Das letzte Stück bis Miraflores, einem modernen Stadtteil direkt an einer Klippe über dem Pazifik, führt am Circuito de Playas direkt am Meer entlang. Trotz des störrischen Esels, der einfach seinen Bauch nicht einziehen will, riecht man das salzig frische Meer, Palmen säumen den Weg und langsam wird mir klar: „Ich bin da, Südamerika!“

Lima - Küste

Hinein in Limas Verkehrschaos

Die ersten Tage vergehen wie im Flug und nach kurzer Zeit fühle ich mich bereits als richtiger Limeño, wie man die Einwohner der peruanischen Hauptstadt nennt. Nach dem alltäglichen, sehr leckeren Frühstück, bestehend aus Tamales, stürze ich mich bereits früh morgens in die lebendigen Straßen der Stadt, um in die Universität zu kommen. Tamales sind ein beliebtes Frühstücksgericht in Peru und bestehen aus gekochtem Teig auf Maisbasis mit Fleisch oder Käse, der eingewickelt in ein Bananenblatt gegart wird. Auf der Suche nach einem Transportmittel in Richtung Universität entscheide ich mich für einen Micro, einen kleinen Bus, der das kaum vorhandene Nahverkehrssystem ersetzt. Der Micro ist nicht viel mehr als ein größerer Van mit Platz für zehn Fahrgäste. Immerhin besser als die vergleichsweise teuren Taxis, denke ich mir.

Als mir jedoch bewusst wird, dass ich an einer fünfspurigen Straße stehe, mein potentieller Micro jedoch drei Spuren weiter, verlässt mich kurzzeitig der Mut. Ich muss dem Fahrer mein gewünschtes Ziel nicht nur über drei Spuren Verkehr hinweg zurufen, sondern auch anschließend so schnell wie möglich bei fließendem Verkehr die Fahrbahn überqueren. Nach rund eineinhalb Stunden komme ich dennoch unbeschadet an der Universität an.  

Peru - Verkehr in Lima

Peru: das Schlaraffenland schlechthin

Nach diesem Stress gönne ich mir als richtiger Limeño erst mal ein erfrischendes Getränk: „Una chicha por favor.“ Gemeint ist eine Chicha Morada, eine uralten Inkalimonade aus violettem Mais, welche bis heute heiß oder eiskalt getrunken wird. Dazu bestelle ich noch „tres leches“, einen Biskuitkuchen getränkt mit drei Milchsorten. In Lima dreht sich fast alles ums Essen – egal, ob man Konsument oder Produzent ist. Limas Cuisine zählt in Insiderkreisen schon seit Jahren zu den besten Küchen der Welt. Wer in Peru erfolgreich sein und der Armut entfliehen möchte, wird kein Fußballer wie in Argentinien oder Brasilien. Nein, in Peru wird er am besten Koch.

Man merkt an jeder Ecke und in jeder Straße: Die peruanische Küche ist hip, schick, vielfältig und geschmacksintensiv und Lima ist das Zentrum. Lima nennt sich die Gastronomie-Hauptstadt Südamerikas – und das vollkommen zu Recht! Die zahlreichen Restaurants und Imbisse von Street Food bis zu mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants würden sogar den Einwohnern des Schlaraffenlands das Wasser im Mund zusammenlaufenlassen.

Der Reiz der peruanischen Küche liegt in ihrer enormen Vielfalt. Das Ausnutzen von Mikroklimata durch den terrassenartigen Anbau der Inka ermöglichte schon früh die Kultivierung von über 3000 Kartoffel- und 300 Maissorten. Zu der traditionellen Inkaküche fügten sich im Laufe der Jahrhunderte weitere Elemente der europäischen, afrikanischen und chinesischen Einwanderer hinzu, welche die aktuelle hippe „Novo Andina“ (neue andine Küche) prägen. Der bekannteste Vertreter ist der ausgewanderte Franzose Acurio Gaston mit seiner deutschen Frau Astrid Gutsche, die das berühmten Michelin-Restaurant Astrid & Gaston in Miraflores leiten.

Peru - Küche Perus

Kolonialerbe und Inka-Kultur

Auch wenn ich aufgrund der Unmengen an Kalorien manchmal das Gefühl habe, kaum noch laufen zu können, darf auch das kulturelle Programm nicht fehlen. Die Stadt ist für die meisten Reisenden nur ein Zwischenstopp, um direkt in Richtung Cusco und Machu Picchu weiterzufliegen. Meiner Erfahrung nach lohnt es sich aber, auch hier ein paar Tage einzuplanen. Denn neben dem kalorienreichen Essen hat Lima auch viel Kulturelles zu bieten. Deshalb auf in die Altstadt!

Ich traue meinen Augen kaum. Etwas Helles lässt mich blinzeln. Die Sonne bricht durch die Wolkendecken – ein seltenes Glück! Diesmal nutze ich den Metropolitano, eine Buslinie mit eigener, vom Straßenverkehr abgetrennter Fahrbahn und festen Haltestellen, damit ich nicht wieder über drei Fahrspuren springen muss. Von Miraflores aus bringt mich der moderne Gelenkbus bis zum historischen Zentrum Limas. Kirchen, Präsidentenpalast, Kutschen, der südamerikanische Sitz der spanischen Inquisition und die mystischen Katakomben des Altstadtkerns versetzen mich zurück in die Zeit der kolonialen Herrscher, welche die Stadt aufgrund ihrer fruchtbaren Flussauen durch den Rio Rimac „Die Stadt der Könige“ nannten. 

Es ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die riesige Küstenstadt Lima nach Kairo die zweitgrößte Wüstenmetropole der Welt ist. Doch nicht nur der Fluss sorgt für eine außergewöhnlich geringe Wasserknappheit in der trockenen Region. Die Hochkultur der Inka verstand schon früh, den Küstenstreifen mit Kanalsystemen aus den gewaltigen Gletschern der Anden zu bewässern. Deshalb findet man auch in Lima, versteckt zwischen meterhohen Hochhäusern, Zeugnisse der Inka. Die sogenannten Huacas sind Lehmziegelpyramiden und dienten als Zeremoniestätten. Die berühmteste Huaca, die Huaca Pucllana, befindet sich direkt in Miraflores. Bei Ausgrabungen wurde deutlich, was für ein enormes Wissen die Inka über erdbebensicheres Bauen hatten.

Peru - Huaca Pucllana bei Lima

Pisco und der peruanische Nationalstolz

Nach so viel Kultur bemerke ich, wie lange ich nicht mehr gegessen habe, und gönne mir erst einmal einen energiespendenden Mate-Tee und ein Stück Turrón de Doña Pepa, einen peruanischen Kuchen mit Zuckerrohrsirup, ehe ich den Bus zurück nach Miraflores nehme.

Bevor es abends durch die bohèmen Bars Limas gehen soll, laufe ich vom Zentrum Miraflores, dem Parque Kennedy, zu dem spektakulären Einkaufszentrum Larcomar, das auf einem Klippenvorsprung über dem pazifischen Ozean thront. Von den zahlreichen Aussichtsplattformen aus erkennt man in der Ferne die mutigen Surfer, die sich in die Fluten der kalten Meeresströmung vor Perus Küste schmeißen, um auf die perfekte Welle zu warten. Während sich die einen in das Element des Wassers begeben, nutzen die anderen die starken Aufwinde der Wüste und schweben mit ihren Gleitschirmen Limas Küstenstreifen entlang. Meine Entscheidung fällt erst einmal auf einen Pisco Sour in der nah gelegenen Panoramabar mit Meeresblick. Der Pisco Sour besteht aus dem Traubenschnaps „Pisco“ welcher mit Eiweiß, Limettensaft, Rohrzucker und einem Spritzer Angostura gemischt wird. Niemals sollte man hier den Fehler machen und behaupten, dass der Pisco doch auch aus Chile käme. Diese Behauptung verletzt in Peru nicht nur den Nationalstolz, sondern provoziert auch eine geschichtliche Ausschweifung über den peruanisch-chilenischen Krieg im 19 Jahrhundert. Da ich noch etwas vorhabe, entscheide ich mich lieber, schnell auszutrinken und mir vom Kellner ein Taxi rufen zu lassen.

Peru - Küstenpromenade von Lima

Limas buntes Nachtleben

Die Nacht bricht über Lima schneller herein, als es einem lieb ist. Die Äquatornähe ist deutlich zu spüren und die Sonne verschwindet bereits um 18 Uhr – perfekt, um sich fertig zu machen und in das Nachtleben der Hauptstad zu stürzen. Als mittlerweile echter Limeño weiß ich natürlich, dass mich meine peruanischen Freunde nicht ohne ein ausgiebiges Abendessen begleiten. Deshalb verabreden wir uns in dem Folklore-Restaurant Rustica, einem typisch kreolischen Restaurant in Barranco, das mit der Vielfalt der peruanischen Küche und Tanz-Einlagen aufwartet. Barranco ist in Lima das Viertel des neuen und alten Zeitgeists. Der Bohème-Stadtteil unweit von Miraflores ist stolz auf seine historischen Wurzeln und preist zugleich die non-konforme und wilde Art der neuen Hauptstadtbewohner. Nach dem Essen geht es weiter in die schillernden Bars Barrancos. Frischer Pisco Sour, der natürlich nur aus Peru kommt, wird in großen Karaffen gereicht, bevor es auf die Tanzfläche geht. Nach einer langen südamerikanischen Nacht lande ich wohlbehalten in meinem Bett. Kurz bevor ich meine Augen schließe, denke ich noch, wie schön Lima doch ist.

In der nächsten Folge nimmt Tobias Rüger Sie mit in die Wüste. Sie haben Lust auf eine Peru Reise bekommen? Gerne stellen wir Ihnen auch ganz individuell eine Lateinamerika Reise zusammen. Rufen Sie uns gleich an unter der 089 127 091 128 oder schreiben Sie uns eine E-Mail.


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