Lamas im Sajama Nationalpark
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Reise-Blog Lateinamerika

Reisebericht Tobias Rüger in Panama (Teil 2)

Unser Reise-Experte Tobias Rüger war für Sie in Mittelamerika unterwegs. Im zweiten Teil seines Reiseberichts erzählt er Ihnen von seiner faszinierenden Begegnung mit den Emberá Indianern. Seien Sie gespannt auf die eindrucksvollen Schilderungen über den traditionsreichen Indianer-Stamm.

Die Indianer der Emberá

Die Sonne lacht und ein neuer Tag beginnt. Mein Reiseleiter wartet mit seinem klimatisierten Van bereits auf mich. Die Straßen sind leer - sonntags um sieben Uhr ist eben auch in Panama City noch alles ruhig. Wir fahren raus aus der Stadt. Im Gegensatz zu dem glitzernden Wolkenkratzerviertel wirken die Randbezirke der Stadt etwas trostlos. Wir halten an einem kleinem Straßenstand und kaufen frische Früchte und auch ein paar Süßigkeiten - der heutige Weg führt uns nämlich zu einem Indianerstamm, der sich unweit der Metropole angesiedelt hat. Ein paar Geschenke werden also nicht schaden. Die Häuserreihen lichten sich und die Umgebung wird zunehmend grüner. Ein wunderschönes saftiges Grün.

Panama: Emberá Indianer

Nach einer Stunde erreichen wir eine kleine Anlegestelle an einem Fluss. Ehrlich gesagt, wundere ich mich ein wenig, was wir hier wollen, denn bis auf den unspektakulär wirkenden Fluss ist hier nicht viel zu sehen. Auf der anderen Uferseite scheinen Felder bestellt zu werden, aber so ganz genau kann ich dies auch nicht erkennen, denn das mannshohe Schilf schirmt den dahinter liegenden Teil ab. Von weitem sehe ich zwei Männer auf uns zukommen. Bis auf einen großen Holzstab und einen bunten Rock haben sie anscheinend weder etwas bei sich noch an sich. Es sind Emberá Indianer, die uns heute zu ihrem Stamm im Dschungel bringen werden. Ja genau Dschungel! Ich starre immer noch ungläubig auf den Fluss, der weit und breit nicht besonders bewaldet aussieht. Aber gut, ich bin gespannt, wohin uns das Boot der Indianer bringen wird. Mein Reiseleiter und ich nehmen in dem langen Einbaum Platz. Der kleine Motor röhrt laut und schon gleiten wir in die Strömung des Flusses. Der Fluss ist ungewöhnlich flach. Jeder Stein in dem glasklaren Wasser scheint zum Greifen nah. "Das ist El Niño", sagt mein Reiseleiter. Dieses Jahr sei El Niño besonders stark ausgefallen. Während es in Südamerika zu starken Regenfällen kam, setzte hier in Mittelamerika der Regen einfach aus. Der Fluss sei so niedrig wie schon seit Jahren nicht mehr. Nun verstehe ich auch, warum die Indianer die großen Holzstäbe mit sich führen. Bedingt durch den tiefen Wasserstand müssen sie immer darauf achten, im tieferen Flussbett zu bleiben. Mit den Stäben stoßen sie das Boot vom nahenden Ufer regelmäßig in die Fahrrinne zurück. 

Panama: Hütte der Emberá

Der Fluss macht ein paar Wendungen links und rechts und dann taucht er plötzlich auf - der Dschungel. Es ist kaum zu glauben, doch innerhalb von wenigen Minuten ändert sich die Landschaft schlagartig. Neben uns tauchen riesige Bäume auf. Lianen hängen bis in den Fluss hinab. Exotisch bunte Vögel fliegen von einer Seite zur anderen. Ein Rascheln hier, ein Geräusch da und plötzlich zeigen die Indianer auf ein schwarzes Etwas in den Baumkronen. "Spider monkey" flüstern sie freudig. Der Motor scheint dem Genossen im Baum aber nicht zu gefallen. Mit einem kräftigen Sprung in den Nachbarbaum verschwindet der kleine Klammeraffe wieder im Dickicht des Tropenwaldes. Der Urwald wird immer dichter und das nur eine Stunde von den Toren Panama Citys entfernt.

Panama: Klammeraffe

Die ersten Dörfer der Emberá sehe ich hoch oben auf den Hügeln der Umgebung. Die Gebäude sind rund und mit einem Blätterdach bedeckt. Pfeiftöne schallen von oben zu uns herunter. Unser Fahrer erwidert den Ruf. Der Fluss macht einen Knick und dann taucht unser Ziel auf. Das Dorf der Emberá! Der Indianerstamm hat seinen Ursprung eigentlich im brasilianischen Amazonasbecken. Über die Jahrhunderte wanderte das Volk jedoch immer weiter nördlich, bis es sich schließlich in der Provinz Darién, dem panamaischen Urwaldgebiet nahe der kolumbianischen Grenze, ansiedelte. Die gefährlichen Drogenrouten und die Aktionen der FARC Rebellen zu Zeiten des kolumbianischen Drogenkriegs zwangen den Stamm jedoch weiter gen Norden zu ziehen. Im Schutze der Hauptstadt Panamas fanden sie ihr neues Stammesgebiet. Die Emberá waren einst ein geschicktes Jägervolk. Zu ihren wirkungsvollsten Waffen zählten vor allem Giftpfeile. Zudem waren Sie geräuschlose Krieger, die sich besonders in den Baumkronen der Wälder aufhielten, damit sie von dort aus ihre Beute gezielt erlegen konnten.

Panama: Früchte im Dschungel

Die spanischen Konquistadoren erkannten dieses Talent und überzeugten den Stamm davon, Seite an Seite gegen die Kuna Indianer zu kämpfen, da diese seit jeher auch ein machtvoller Gegner der Emberá waren. Zusammen schlugen die Spanier und die Emberá den gemeinsamen Feind. Über die folgenden Jahrzehnte nahmen die Emberá jedoch eine westlicher geprägte Entwicklung an, wodurch sie heute zu einem der zugänglichsten Indianerstämme Panamas zählen. Der Grund hierfür sind vor allem die strengen Gesetze der panamaischen Regierung. Das Siedlungsgebiet nahe der Hauptstadt wurde zum Nationalpark erklärt. Zum Schutze der Umgebung wurde den hier heimischen Indianern sowohl das Jagen als auch der Anbau von Früchten und Gemüse untersagt. Aus diesem Grund beziehen die Emberá Ihre Nahrungsmittel von den Märkten in der Stadt. Nun verstehe ich auch, warum wir Früchte als Geschenk in den Dschungel mitgenommen haben. Anfangs erschien das doch eher wie Eulen nach Athen zu tragen. Durch die strenge Gesetzgebung der Regierung haben die Emberá den Tourismus als Einnahmequelle gewählt, um die Waren in der Stadt bezahlen zu können. Durch die Besuche der Touristen fließt zunehmend Geld in die Gemeinde, und so kann auch das ein oder andere Studium der neuen Generation gezahlt wird. Hierfür ziehen die jungen Emberá mittlerweile in die Stadt. Nicht selten gewöhnen sich einige an den urbanen Lebensstil und entscheiden sich oft dort zu bleiben. Einige sollen sogar schon Familien mit Nicht-Emberá gegründet haben.

Panama: Tobias bei den Indianern

Ein einmaliges Erlebnis!

Die Bewohner im Dorf nehmen sich Zeit für mich und erklären mir, wie das Leben früher in ihrem Stamm war und auch, wie es heutzutage ist. Sie zeigen mir stolz ihre Handwerkskunst und ich merke, dass sie sich gerne in ihrer eigenen Sprache ausdrücken. Alles andere klingt eher wie auswendig gelernt. Nach einem wirklich schmackhaften Mittagessen führen sie zum Schluss noch einige ihrer traditionellen Tänze vor, die seit Generationen Bestandteil ihrer Kultur sind. Auch wenn mir der Besuch etwas touristisch erscheint, ist der Einblick, den ich hier bekomme doch sehr aufschlussreich. Schließlich erfahre ich viel über Panama, seine Völker und deren Lebensweise und habe somit die Möglichkeit, das Land besser kennen und verstehen zu lernen. Gerade wenn man zum ersten Mal nach Panama reist, lohnt sich dieser wirklich tolle Ausflug definitiv.

Auch Sie möchten die Emberá Indianer besuchen und den eindrucksvollen Tropenwald Panamas entdecken? Unser Reiseexperte Tobias plant gerne mit Ihnen Ihre ganz individuelle und exklusive Reise nach Mittelamerika. Rufen Sie ihn einfach an +49 89 12 70 91 128 oder schreiben Sie ihm eine E-Mail.


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