Unsere Lateinamerika-Expertin Christina Zehnder in Argentinien

Unsere Lateinamerika-Expertin Christina Zehnder in Argentinien

Argentinien – Im Land der Giganten

Argentinien wird nicht umsonst das Land der sechs Kontinente genannt. Auf einer Fläche von fast drei Millionen Quadratkilometern steckt es voller Kontraste und spektakulärer Naturschauspiele. Vom tropischen Regenwald bei den imposanten Iguazú-Wasserfällen, über die Pampa und die trockene Wüste im Nordosten bis hin zum mächtigen Perito-Moreno-Gletscher und Feuerland mit der südlichsten Stadt der Welt. Argentinien hält für jeden etwas bereit: Naturliebhaber und Abenteurer verlieren sich in den unendlichen Weiten der zahlreichen Nationalparks und gehen bei Trekking-, Rafting- oder Gletschertouren an ihre Grenzen oder sie fühlen sich bei Ausritten durch die Pampa wie ein echter Gaucho. Kulturliebhaber kommen in Buenos Aires, der Welthauptstadt des Tangos oder in den hübschen Kolonialstädten, wie Salta voll auf ihre Kosten. Genießer entdecken die Weinregionen rund um Mendoza und Cafayate für sich. So groß das Land, so weit die zurück zu legenden Distanzen, so schwer die Entscheidung, welche Regionen bereist werden sollen. Bei meiner ersten Argentinien Reise entscheide ich mich für einige der absoluten Highlights und besteige voller Vorfreude das Flugzeug.

Buenos Aires, das „Paris Südamerikas“

Wie fast jede Argentinien Reise beginnt auch meine in der Hauptstadt Buenos Aires. Am Flughafen werde ich bereits von meinem Fahrer und meiner Reiseleiterin Ines empfangen und wir stürzen uns sogleich in den Großstadtverkehr, um auf einer spannenden Stadtrundfahrt die verschiedensten Ecken dieser 13-Millionen-Stadt zu erkunden. Der europäische Einfluss, der durch die Auswanderer nach Argentinien gebracht wurde, ist überall in der Stadt spürbar. Buenos Aires zieht mich sofort in seinen Bann.

Zusammen mit Ines besichtige ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, etwa die berühmte Avenida 9 de Julio, die als die breiteste Straße der Welt bekannt ist. Den Obelisken, eines der Wahrzeichen der Stadt, erblicke ich schon von weiten. Wir besuchen den Hauptplatz Plaza de Mayo mit dem Regierungspalast Casa Rosada, der Kathedrale, die von außen eher einem griechischen Tempel ähnelt, und dem Cabildo, dem ersten Rathaus von Buenos Aires. Eines meiner Highlights ist eine Führung im weltbekannten Teatro Colon, dem kulturellen Stolz von Buenos Aires, das nach europäischem Vorbild erbaut wurde und prunkvolle Räume bereithält.

Mir wird klar, warum die Stadt den Beinamen das „Paris Südamerikas“ bekommen hat. Entlang der Avenida de Mayo reihen sich Prachtbauten und elegante Stadtvillen aus dem frühen 20.Jahrhundert aneinander. Und auch so lohnt sich bei einem Spaziergang durch die Stadt immer wieder der Blick nach oben, um die über 100-jährigen Fassaden zu bewundern. Im noblen Stadtviertel Recoleta kann man dieses Flair für einige Nächte exklusiv erleben – etwa bei einem Aufenthalt im Hotel Palacio Duhau Park Hyatt oder im Alvear Palace. In Recoleta selbst darf natürlich der Besuch des Friedhofs nicht fehlen - mit zahlreichen architektonischen Schmuckstücken, Mausoleen und Gruften. Viele namhafte Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhe gefunden, u.a. die berühmte Eva Peron („Evita“), deren Grab besichtigt werden kann.

Wir fahren weiter in das traditionelle Viertel San Telmo mit seinen zahlreichen Antiquitäten-Läden. Sonntags findet hier ein quirliger Antiquitätenmarkt statt. Auch wenn ich diesen leider verpasse, macht es trotzdem Spaß durch die Läden zu Bummeln und in der Markthalle die ersten Empanadas (gefüllte Teigtaschen) und Alfajores (Doppelkekse, zumeist mit Dulce de Leche gefüllt und mit Schokolade überzogen) zu kosten. In La Boca geht es mit den bemalten Wellblechhäusern und den Straßenkünstlern und Tangotänzern bunt und lebendig zu. Ich hatte wirklich Spaß, durch die bekannte Straße „Caminito“ zu spazieren, den spontanen Tangoaufführungen zuzuschauen und in den Souvenirläden zu stöbern.

Zu guter Letzt dürfen auch die hippen Viertel von Buenos Aires auf der Stadttour nicht fehlen. Palermo Viejo gehört zu den angesagten Szenevierteln der Stadt. Hier haben sich viele Galerien und Designerläden niedergelassen, die zu einem Shopping-Bummel einladen. Das schicke Puerto Madero am Ufer des Rio de la Plata gelegen, lädt zum Flanieren am Wasser ein. Zahlreiche Restaurants und Cafés haben sich in den alten Hafenspeichern und Docks angesiedelt. Auch das einzigartige Design-Hotel Faena Universe ist hier zu finden. Zurück im Zentrum gönne ich mir am Abend noch ein Glas Wein und Tapas im geschichtsträchtigsten Kaffeehaus der Stadt, dem Café Tortoni, bevor ich abends voller neuer Eindrücke ins Bett falle.

Von der pulsierenden Hauptstadt Buenos Aires geht es für mich weiter in den Süden des Landes. Per Inlandsflug gelange ich nach El Calafate. Hier beginnt mein Patagonien-Abenteuer.

Die Estancia Cristina

Am nächsten Tag heißt es früh aufstehen, denn es steht ein besonderer Ausflug auf dem Programm. Am Hafen besteige ich mit weiteren Gästen den nagelneuen Katamaran Upsala Explorer, der uns zur Estancia Cristina bringt. Die Estancia liegt am Cristina Kanal des Lago Argentino, in der Nähe des Upsala Gletschers und hat einen einmaligen Zugang zu den spektakulären Gletschern und dem Kontinental-Eis. Bereits die Fahrt hält einmalige Überraschungen für uns bereit. Wunderschöne Landschaften mit schneebedeckten Bergen und majestätischen Eisbergen ziehen an uns vorbei. Wir kommen auch ganz nah an den Upsala Gletscher, der sich wunderschön im Wasser spiegelt – ein einmaliges Naturspektakel.  Dann gehen wir an den Stränden der Estancia von Bord. Ich kann mir nur allzu gut vorstellen, wie hier einst die ersten Pioniere gestrandet sind und begonnen haben, durch harte Arbeit das Land zu bewirtschaften. Die bewegende Geschichte der Familie wird im kleinen Museum anschaulich dargestellt. Mit 4x4 Jeeps und zu Fuß geht es zu einem tollen Aussichtspunkt: Unter uns erstreckt sich der Upsala Gletscher in seiner ganzen Pracht. Ich könnte den ganzen Tag hier sitzen bleiben. Leider müssen wir schließlich den Rückweg antreten, denn die schönen Übernachtungsmöglichkeiten auf der Estancia haben nur während der Hauptreisezeit zwischen November bis Anfang April geöffnet.

Der Perito Moreno Gletscher

Der nächste Tag ist aber mindestens genauso spektakulär. Gemeinsam mit meinem Reiseleiter besuche ich den Nationalpark Los Glaciares. Auf dem Weg passieren wir Seen, Wälder und die Berge der patagonischen Anden und haben bereits erste Panoramablicke auf den Perito Moreno Gletscher, der 5 km lang und bis zu 80 Meter hoch über dem Lago Argentino thront. Er ist einer der wenigen kalbenden Gletscher der Welt, der nach und nach einen Damm bildet und die Wassermassen des Flussarms Brazo Rico blockiert. Alle vier bis fünf Jahre ist der Druck des Wassers so stark, dass der eisige Damm in tausend Stücke zerspringt  - ein geradezu unvorstellbares Naturereignis. Auch wenn ich dieses Spektakel nicht erleben durfte, bietet der Gletscher einen imposanten Anblick. Von den Aussichtsplattformen und –balkonen im Nationalpark bieten sich mir einzigartige Perspektiven auf den Gletscher und ich habe bei dem Rundweg ausreichend Zeit, diesen zu bestaunen. Als dann noch Eisbrocken mit tosendem Geröll ins Wasser hinabstürzen, fühle ich mich ganz klein vor dieser sagenhaften Natur.

Feuerland – Das Ende der Welt

Es zieht mich noch weiter südlich, genauer gesagt in die südlichste Stadt Argentiniens. Nach gut einer Stunde Flug erreiche ich Ushuaia, das Ende der bewohnten Welt. Im Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland) wird mir wieder bewusst, dass ich mich am „Ende der Welt“ befinde. Das Schutzgebiet vereint eine wilde Landschaft von Bergen und windzersausten Wäldern, Seen, Flüssen und dem Meer. Die teilweise karge, graue Landschaft ist vor vielen Jahren aus durch Feuer verwüsteten Wäldern entstanden, während erhaltene Gebiete die Geschichte und Geheimnisse der eingeborenen Yaghan Indianer bewahren, die sich unerschrocken den englischen Missionaren stellten.  Die Landschaft wirkt vor allem vor der herbstlichen Kulisse mit den orange-rot gefärbten Bäumen fast unwirklich. Hier endet die Nationalstraße 3, die berühmte Panamericana, die von Alaska nach Feuerland führt. Im wahrscheinlich kleinsten Postamt können Briefe vom Ende der Welt verschickt werden und ein Stempel für den Reisepass gesammelt werden.

Bei der anschließenden Bootstour auf dem Beagle-Kanal geht es nicht weniger windig zu. Mit unserem Katamaran fahren wir an der Isla de los Lobos (Seelöwen) und der Isla de los Pájaros vorbei, wo sich zahlreiche Seelöwen, Kormorane, Albatrosse und Möwen tummeln. Der berühmte Leuchtturm Les Eclaireurs hat schon vielen Pionieren den Weg gewiesen.

Nach einem Tag voll wilder Landschaft ist mein modernes und nachhaltig-geführtes Hotel Arakur die ideale Wahl um ihn ausklingen zu lassen. Es liegt traumhaft auf einem Hügel und bietet einen tollen Ausblick auf den Ort und den Beagle-Kanal. Ein Hallenbad mit Außenbereich und ein Spa sorgen für Entspannung und in den zwei Außen-Whirlpools erstreckt sich am Abend das Lichtermeer Ushuaias unter mir. Auch das kulinarische Angebot des Hotels ist fantastisch. Nicht umsonst zählt das Hotel zu den Leading Hotels of the World.

Der Nordwesten rund um Salta

Nach diesen eindrucksvollen Tagen in Patagonien steht ein neues Abenteuer an. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Cordoba erreiche ich am Abend den Flughafen von Salta. Die hübsche Kolonialstadt ist der Ausgangspunkt für meine Erkundung des Nordwestens des Landes. Die Region überrascht mich durch eine unbeschreiblich abwechslungsreiche Landschaft. Auf dem Weg nach Cafayate fahren wir vorbei an kleinen Dörfern und bunten Felsformationen. Hier erstreckt sich die von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannte Quebrada de Las Conchas (Schlucht der Muscheln) über etwa 75 km mit tollen Fotomotiven.

Argentinischer Wein und Bodegas

Schließlich erreichen wir Cafayate, eine kleine und sonnenreiche Stadt, eingebettet zwischen zwei Gebirgsketten der Anden-Vorkordillere und umgeben von Weinbergen. In der Sprache der Cacano-Indianer heißt der Ort „Wo man die Sorgen begräbt“, kein Wunder bei der Vielzahl an Bodegas und dem leckeren lokalen Torrontés Weißwein. Was wäre naheliegender, als die Nacht hier in einem schönen Weinresort zu verbringen?

Für den Rückweg wählt mein Reiseleiter eine andere reizvolle Route durch die Calchaquí-Täler bis zu den authentischen Dörfern Molinos und Cachi. Auf dem Weg müssen wir in einem kleinen Dorf halten, da gerade eine Prozession durch den Ort geht und die Straße gesperrt ist. Gauchos reiten an uns vorbei und am Wegrand sehe ich „Teppiche“ aus roter Paprika, die dort zum Trocknen ausliegen. Cachi ist ein malerischer, kolonialer Ort, umgeben von majestätischen Bergen in den Valles Calchaquíes. Hier laden einige kleine Boutique-Hotels zum Verweilen ein. Eine zauberhafte Stille liegt über dem Dorf.

Wieder verändert sich die Landschaft. Wir erreichen den Parque Los Cardones mit riesigen Baumkakteen. Nachdem wir die Kakteenwüste hinter uns gelassen haben, wird es langsam wieder grüner. Wir begegnen Guanakoherden  und passieren die höchste Stelle der Strecke am Piedra del Molino Pass, bevor es steil und kurvig wieder hinab geht. Dabei folgen wir dem alten Inkapfad, der bis nach Peru führt.

Am nächsten Tag wartet ein weiterer spannender Ausflug zur Quebrada de Humahuaca in der Provinz Jujuy auf mich. In dieser Gegend werden die Traditionen der indigenen Bevölkerung bis heute erhalten. Sie fasziniert durch authentische Dörfer, wie Pucaramarca, Maimara, Tilcara und Humahuaca mit Lehmhäusern, farbenfrohen Bergen, historischen Kapellen und Kunsthandwerkmärkten. Umrahmt werden die Dörfer von der Schlucht Humahuaca, die ebenfalls zum UNESCO Weltnaturerbe zählt. Ich bewundere den Berg der sieben Farben und die prä-historischen Ruinen der alten indigenen Festung Pucará de Tilcara. Liebend gerne würde ich noch länger in dieser beeindruckenden Region bleiben, doch das nächste und letzte Ziel meiner Reise ruft schon nach mir. Wieder besteige ich das Flugzeug und erreiche am Nachmittag Iguazú.

Die rauschenden Wasserfälle von Iguazú

Auf diesen Teil der Reise habe ich mich ganz besonders gefreut, denn die berühmten Wasserfälle von Iguazú stehen schon lange auf meiner Wunschliste. Eingebettet in tropischen Urwald misst die Kaskadenfront ganze 2,7 km, über die 275 Wasserfälle circa 70 Meter in die Tiefe stürzen. Auf den Rundwegen werde ich umringt von bunten Schmetterlingen in allen Farben. Ich begegne Affen und Nasenbären (Essen gut verstecken!) und sehe von weitem sogar einen Tukan.

Ich besuche sowohl die argentinische als auch die brasilianische Seite der Fälle. Denn beide Besuche sind absolut lohnenswert. Die argentinische Seite ist von vielen einzelnen Fällen geprägt. Mit dem Zug fahre ich zur gewaltigen Teufelsschlucht. Der Blick von der Aussichtsplattform auf die tosenden Wassermassen ist ein unvergessliches Erlebnis! Am nächsten Tag erwarten mich auf brasilianischer Seite unglaubliche Panoramablicke. Zum Abschied kommt sogar noch ein Regenbogen zum Vorschein. Die gewaltigen Wassermassen machen auch vor der Besuchern nicht halt, sodass ich komplett durchnässt, aber glücklich zurückkehre. Zum Ende meiner Reise steht schon eines fest: Zwei Wochen reichen bei Weitem nicht, um die Vielfalt und Schönheit dieses einzigartigen Landes zu entdecken. Ich werde auf jeden Fall wieder nach Argentinien zurückkommen!  

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