Johanna Deller im grünen Herzen Brasiliens


Johanna Deller im grünen Herzen Brasiliens

Im zweiten Teil Ihres Reiseberichts taucht Johanna Deller in die Tiefen des Dschungels ein und kann das brasilianische Lebensgefühl des Saudade immer besser nachvollziehen.

Die grüne Lunge der Welt

Vom quirligen Rio de Janeiro geht es für mich weiter in das grüne Herz Brasiliens. Ein vierstündiger Flug bringt mich nach Manaus, das mich mit schwül-heißer Luft empfängt. Dank Trockenzeit und der außergewöhnlichen Lage im Amazonasbecken erwarten mich in den nächsten Tagen Durchschnittstemperaturen von 36° Celsius und über 70 % Luftfeuchtigkeit. Abkühlung finde ich im Pool des charmanten Boutiquehotels Villa Amazonía. Hier wurde inmitten der zwei Millionen Einwohner Stadt ein kleines Paradies geschaffen. Nach einem kurzen Besuch des imposanten Opernhauses und des quirligen Marktes, auf dem ich mindestens acht verschiedene Bananensorten entdecken konnte, beginnt am nächsten Tag endlich mein Dschungel-Abenteuer, auf das ich mich schon besonders gefreut habe.

Die Anavilhanas Jungle Lodge

Ein Fahrer der Lodge holt mich ab und es erwartet mich eine zweieinhalbstündige Fahrt entlang kleinerer Flüsse und Bananenplantagen, bis wir plötzlich von der Teerstraße abbiegen und auf einer schmalen Piste wortwörtlich in den Dschungel hineinfahren. Dicht eingerahmt von meterhohen Bäumen und Büschen erreichen wir die Anavilhanas Jungle Lodge. Insbesondere die Abgelegenheit macht diese Lodge zu etwas ganz Besonderem. 22 Bungalows, ein Restaurant und ein offener Aufenthaltsbereich befinden sich auf dem riesigen Areal der Lodge. Alle Gebäude wurden im Einklang mit der Natur gebaut, um den natürlichen Lebensraum möglichst wenig zu beeinflussen. Gleichzeitig lassen die Bungalows keine Wünsche offen. Bequeme Betten, ein großzügiges Bad, Minibar, Klimaanlage, Flachbildfernseher und eine eigene Terrasse mit Hängematte ergeben eine ausgezeichnete Wohlfühloase. Trotz des Luxus mitten im Regenwald, hält es hier jedoch niemanden lange drinnen, dafür bietet die Lodge zu viele andere Highlights.

Die Inhaber der Lodge legen besonderen Wert auf hervorragende Guides. Sie alle sind im Amazonasbecken aufgewachsen und kennen die Inseln und Flüsse wie ihre Westentasche. Gespannt höre ich zu, wie sie über die rund 400 Inseln und 600 Flüsse des unter Naturschutz stehenden Anavilhanas Archipel erzählen, während wir im Boot über den Rio Negro und zwischen den Baumkronen der überfluteten Inseln gleiten. Das Gesicht des Archipels verändert sich ständig. Während jetzt am Anfang der Trockenzeit der Fluss ganze 15 Meter über dem normalen Level liegt und von den meisten Inseln nur die Baumkronen im Wasser zu sehen sind, findet man am Ende der Trockenzeit und am Anfang der Regenzeit lange Sandbänke vor, auf denen sich Kaimane in der Sonne räkeln.

Jede Jahreszeit bietet seine Besonderheiten. Bei niedrigem Wasserstand lassen sich gut Tiere beobachten. Vögel, Kaimane, Faultiere, Schlangen etc. sind leicht zu entdecken. Da die Inseln des Archipels aus Schutzgründen jedoch nicht betreten werden dürfen, gelangt man nur bei hohem Wasserstand in den Archipel hinein und kann mit dem Boot die überfluteten Inseln überqueren, um zu sonst eingeschlossenen Seen zu gelangen.

Seitdem Anavilhanas zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, ist es ein wahres Naturparadies für Tiere und Pflanzen. Voller Ehrfurcht sitzt man in einem kleinen Kanu, fährt durch unzählige, verzweigte Seitenarme des Rio Negro und beobachtet kleine Äffchen und Tukane. Für jeden Besucher ist der Archipel ein wahrer Irrgarten, doch für die lokalen Guides kein Problem. Sie verfügen über einen unglaublichen Orientierungssinn, der es ihnen erlaubt sich im Labyrinth des Archipels zu Recht zu finden und gleichzeitig bestens getarnte Tiere zu entdecken.

Beim sogenannten „Nightspotting“ ist dann ein besonders scharfer Blick gefragt. Während die Guides im Dunkeln mühelos im Wasser ausharrende Kaimane, in den Baumkronen getarnte Faultiere oder kleine gelbe Schlangen entdecken, sind diese für mich zunächst verborgen und erst auf den zweiten Blick zu sehen. Beeindruckend! Die grauen und rosafarbenen Delfine, die sich im Rio Negro tummeln, entdecke ich dagegen sofort. Was für ein atemberaubendes Gefühl, wenn diese wunderbaren Wesen zum Greifen nahe aus dem Wasser auftauchen.

Nicht nur das Naturschutzgebiet, auch die Lodge selbst hat einiges zu bieten. Im Infinitypool mit Aussicht auf den Fluss lässt es sich perfekt entspannen, genauso wie in einer der vielen Hängematten. Den Sonnenuntergang beobachtet man am besten vom lodgeeigenen Aussichtsturm. Zu meinem Lieblingsplatz wurde aber der Rio Negro selbst. Am schwimmenden Dock wird man je nach Wunsch mit Schwimmweste und Stand Up Paddle oder Poolnoodle ausgestattet. Im lauwarmen Flusswasser treiben, ein leckerer Maracuja-Caipirinha in der Hand und den Blick auf die im Fluss versinkende Sonne gerichtet – ich habe das Paradies gefunden!

Übrigens: Aufgrund des hohen PH-Wertes des Rio Negro können hier keine Mücken brüten. Somit habe auch ich, die überall mit Vorliebe von jeglichen Mücken attackiert wird, nicht einen einzigen Stich aus dem Amazonas mitgenommen. Folglich müssen Sie sich hier keinerlei Sorgen um die üblichen Tropenkrankheiten machen und auch Familien mit Kindern können die Zeit unbeschwert genießen.

Ich wäre gerne noch Wochen geblieben, doch nach einigen Tagen verabschiede ich mich schweren Herzens vom brasilianischen Regenwald. Saudade – ich verstehe so langsam, was die Brasilianer damit meinen.

Im dritten Teil Ihres Reiseberichts ist Johanna Deller in Salvador da Bahia und erzählt Ihnen mehr über Kunst, Geschichte und Kultur der ältesten Stadt Brasiliens. Gerne beraten die Experten von América Special Tours Sie persönlich und erstellen mit Ihnen Ihre maßgeschneiderte Luxusreise nach Brasilien. 

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